Ursprünge & Motive?


Alle kennen sie, alle sprechen darüber. Sie verbreiten sich rasend schnell und erobern die Welt durch witzige Bilder, Videos, Tonaufzeichnungen etc.. Doch was sind Internet-Hypes eigentlich genau? Wie enstehen und verbreiten sie sich? Und welche Rolle spielen dabei die sozialen Netzwerke?

Foto: Harlem-Shake.
Foto: Harlem-Shake.

Geklickt, geteilt, geliebt- Internet-Hypes verbreiten sich oft innerhalb weniger Stunden im Netz. „Haste schon gesehen?“ oder „Das musst du gesehen haben?“ blinkt es dann in der Facebook-Timeline. Ob nun gewollte Selbstdarstellung oder unkontrolliertes Rumgezappel in allen Lebens- oder Liebenslagen - ab 2013 wurden Internet-Hypes massentauglich. Ob der Harlem-Shake oder andere fragwürdige Berühmtheiten wie Gangnam-Style, wo Millionen zu verrückten Technobeats in einer kleinen Videowelt tanzen - der Trend ist da.

Ob Feuerwehrleute, Schulklassen, ganze Büros, Piloten oder Sportler - alle erhoffen sich dadurch Klickmagneten auf Youtube zu werden. 1,4 Milliarden Clicks erreichte allein der Gangnam-Style! Aber es gibt auch andere sehr erfolgreiche Memes. Man denke an die Katzen mit Hitlerbärtchen, oder die Menschen, die sich an belebten Stellen flach auf den Boden legen (“Planking”), oder andere, die wie Eulen auf Stangen (“Owling”) sitzen etc.. Internet-Hypes sind aber nicht nur Videos, sondern jeglichliche Arten von Contents. Es können auch Bilder, eine Tondatei, Blogs oder ganze Websites sein. Bei einem Hype ist also nicht die Form, sondern die schnelle Verbreitung charakteristisch. Ein Meme ist eine Bewusstseinseinheit, die entweder tiefgründig ("Icebucket-Challenge") -  oder offensichtlich ist, meistens werden sie aber humorvoll verpackt und verfasst. Dies ist auch entscheidend, dass der Hype viele Nachahmer findet und sich die Idee rasch verbreitet. Ihre Intention umfasst neben künstlerischer Verwirklichung, auch Werbung, Selbstdarstellung und Propaganda. Welche Motivation hinter dem Planking beispielsweise steckt, hat Mr. Wood der Dailymail folgendermaßen geschildert:

 

“I started doing it when I was on a lads’ holiday in Magaluf. I thought lying on the floor would be a funnier way to pose for my holiday snaps. We want people to find the most random places they can – the weirder the better. There’s so much misery around these days, with the recession and everything – this is an excuse to have a joke and do something silly.”

 

Aber welchen Sinn haben Internet-Hypes? Spaß, Klickzahlen, Aufmerksamkeit oder Ruhm? Steckt hinter dem Spaßfaktor auch ein wirklicher Sinn? Werden Hypes deshalb auch als Internet-Phänomene gesehen?

Nein. Hypes können auch gezielt eingesetzt werden, um viele Menschen binnen kürzester Zeit zu erreichen. Da es sich meistens um humoristische, satirische oder „schockierende“ Inhalte handelt, werden sie auch über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter weitergegeben bzw. geteilt und dienen der Belustigung, als Werbung oder Selbstdarstellung. Sie besteht nicht nur aus vielen aberwitzigen Bildern und Filmen, wie das Vadering, bei dem sich jemand schmerzerfüllt an den Hals greift und dabei über dem Boden schwebt, weil er gerade von den dunklen Gedanken von Darth Vader getroffen wird. Manchmal sind Memes aber auch ein neues Mittel des politischen Protests oder der Propaganda. In der Ukraine wurden Präsident Janukowitschs Fortschrittsgebaren beispielsweise ironisch mit Memes kommentiert, die Jugendlichen in Kairo gehen damit gegen die gesellschaftliche Rückentwicklung unter den Muslimbrüdern vor. Dank des Internets wurden die Inhalte schneller und an ein viel größeres Publikum verbreitet. Unabhängig vom einzelnen Hype geht es hier um die virale Massenbewegung, die hochgradig ansteckend ist. Memes, eine globale Ausdrucksform zwischen Sinn und Unsinn, sticht durch besondere Popularität über einen gewissen Zeitraum hervor.


Foto: Präsident Janukowitschs Fortschrittsgebaren als Meme.
Foto: Präsident Janukowitschs Fortschrittsgebaren als Meme.

Viele Memes verschwinden so schnell wie sie gekommen sind. Einige Hypes hingegen überleben Jahre hinweg und zählen zum fixen Bestandteil der Onlinekultur.

So auch 'Hitler-Memes', die in der Onlinewelt seit Jahren für geschmacklosen und unerschöpflichen Spaß sorgen. Sich auf Kosten des Führers lustig zu machen ist heute, wie damals zu Charlie Chaplins Zeiten populär.

 

Fotogalerie: Hitler-Memes. (2 v.l.) Charlie Chaplin Hitler-Meme.


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